Im Gespräch mit der Kleiderstube Walldorf

Kürzlich trafen sich unser Bürgermeisterkandidat Matthias Renschler sowie Paula Glogowski, Stadträtin und Pressesprecherin, mit dem Vorstand der Kleiderstube Walldorf in deren neuen Räumlichkeiten im Haus am Kreisel. Die Kleiderstube wurde erstmals 1989 ins Leben gerufen, als zunehmend mehr Aussiedler nach Walldorf kamen. Damals wurden Kleiderspenden im katholischen Pfarrsaal gesammelt, später zog die Kleiderstube dann in Räumlichkeiten in der Heidelbergerstraße, bis sie dann 2020 ihre neuen Räumlichkeiten im Haus am Kreisel beziehen durfte.

Die erste Vorsitzende Hannelore Blattmann, die Schriftführerin und Pressesprecherin Sigrid Tuengerthal, der Kassierer Norbert Günther, der Logistikbeisitzer Paul Bender und Ferdinand Hörth berichteten uns, wie es der Kleiderstube in Zeiten der Pandemie geht. Schon seit Monaten ist die Kleiderstube aufgrund der aktuellen Situation leider geschlossen und hat nun mit den Folgen der Schließung zu kämpfen: Auch wenn die Räumlichkeiten mietfrei sind, kommen alleine durch die Nebenkosten monatlich erhebliche Kosten auf die Kleiderstube zu und gleichzeitig können keine Einnahmen mehr erzielt werden.

Hannelore Blattmann sagte: „Jetzt haben wir so schöne neue Räumlichkeiten und können nicht öffnen, das ist wirklich schade.“ Doch nun gibt es endlich wieder einen Lichtblick: Voraussichtlich kann die Kleiderstube am 10. Mai wieder ihre Türen öffnen.

Menschen mit einem geringen Einkommen können in der Kleiderstube sogar kostenlos einkaufen. Hierfür können sie sich bei der Stadt beim Amt für soziale Angelegenheiten einen Berechtigungsschein ausstellen lassen. Gerade für diese Leute wäre es laut Frau Blattmann eigentlich gerade während der Pandemie wichtig gewesen, dass die Kleiderstube hätte öffnen können.

Frau Tuengerthal erklärte: „Was viele gar nicht wissen ist, dass jeder und jede bei uns in der Kleiderstube einkaufen darf. Wir hoffen sehr, dass bald wieder viele Kundinnen und Kunden zu uns kommen. Alle Einnahmen, die wir erzielen, spenden wir und stellen damit jedes Jahr mehrere tausend Euro für soziale Zwecke zur Verfügung.“ Damit werden beispielsweise Projekte in Chile und Burkina Faso gefördert, aber auch Projekte vor Ort, wie die Plattform, werden unterstützt. In diesem Jahr wird das aufgrund der fehlenden Einnahmen leider nicht im gewohnten Umfang möglich sein, was die Kleiderstube sehr bedauert. „Doch über eines freuen wir uns sehr“ sagte Frau Tuengerthal „die Spendenbereitschaft hat in der Pandemie zugenommen, das ist doch schön!“

Auch bei der Kleiderstube gehört ein Großteil der insgesamt 26 Helferinnen und Helfer zur Risikogruppe. Frau Blattmann erzählte: „Einige unserer Mitarbeitenden sind zum Glück bereits geimpft und wir hoffen, dass die Impfquote weiter zunimmt, damit wir unsere Arbeit möglichst sicher gestalten können.“

Bisher ist die Kleiderstube finanziell unabhängig, aber die finanziellen Sorgen wachsen aufgrund der monatelang fehlenden Einnahmen. Matthias Renschler machte deutlich: „Die Stadt sollte hier wenn nötig unterstützen, damit der Verein der Kleiderstube nicht an den Kosten kaputt geht. Hier sollten wir unbedingt im Gespräch bleiben.“ 

Wir freuen uns nun, dass die Kleiderstube wieder öffnen kann und bedanken uns ganz herzlich für das interessante Gespräch, die wichtigen Anregungen und vor allem für Ihre großartige Arbeit!