Matthias Renschler im Gespräch mit dem NABU Walldorf-Sandhausen

Unser Bürgermeisterkandidat Matthias Renschler hat sich mit dem NABU Walldorf-Sandhausen getroffen. Mit dabei waren der 1. Vorsitzende Wolfgang Högerich, die Schutzgebietsbeauftragte Renate Wolf sowie Gerhard Mayer und Reiner Klemm.

Der NABU Walldorf-Sandhausen hat aktuell 724 Mitglieder. Außerdem wird von Katharina Minack auch noch eine Kindergruppe des NABUs geleitet. Ein neues Projekt des NABUs ist der „Naturpfad“, der auf einem 4960m2 großen, gepachteten Grundstück in der Nähe der Wieslocher Wasserwerke entstehen wird. Dort sollen alte Obstbaumsorten angepflanzt, Blühwiesen gestreut und viel weitere tolle Ideen umgesetzt werden.

Bei dem Treffen mit dem NABU besichtigten wir zuerst das umliegende Gelände des NABU-Gartens und beobachteten die Störche auf der Storchenwiese. Herr Klemm berichtete uns, dass die Tümpel auf der Wiese nicht nur die Walldorfer Störche, sondern zunehmend auch andere Zugvögel anziehen, die hier Rast machen – das ist eine sehr wertvolle Bereicherung für den Naturschutz in Walldorf.

Vor der Storchenwiese sprachen wir über die Möglichkeit, diese zum geschützten Landschaftsbestandteil nach Paragraf 29 Bundesnaturschutzgesetz durch Satzung der Stadt Walldorf zu machen. Matthias Renschler zeigte sich dieser Herangehensweise gegenüber offen: „Indem wir als Stadt die Storchenwiese zu einem geschützten Landschaftsbestandsteil machen, können wir den besonderen Schutzstatus dieses Gebiets hervorheben. Gleichzeitig haben wir als Kommune dann aber weiterhin die Handhabe über das Gebiet und machen uns nicht von Entscheidungen des Regierungspräsidiums abhängig.“

Mit Blick auf den Hardtbach kamen wir auf das Thema der Renaturierung des Bachs zu sprechen. Matthias Renschler machte deutlich: „Ich halte es für eine enorm wichtige Aufgabe, endlich die Renaturierung des Hardtbachs anzugehen. Die Wälder leiden unter der starken Trockenheit und hier könnte das Ableiten des Wassers in den Wald einen wichtigen Beitrag leisten. Dieser Bach, der mittlerweile eher einem Kanal gleicht, muss endlich wieder in eine natürliche Verfassung zurückversetzt werden.“

Im NABU-Garten angekommen zeigte Herr Högerich diese kleine Oase für die Pflanzen- und Tierwelt. Der Garten ist so naturnah wie möglich gestaltet und immer wieder kommen neue Lebensräume für unsere tierischen Freunde hinzu. Im Zentrum steht der Lebensturm, der Unterschlupf für unzählige Tier und Tierarten bietet – von Insekten bis hin zu Igeln. Des Weiteren gibt es einen Teich, in dem unter anderem Molche leben, sowie eine Mauer als Herberge für Eidechsen, Totholz für zahlreiche Insekten, Obstbäume mit Nisthäuschen für Vögel und viele weitere Schätze.

Nach der Führung widmeten wir uns dem gemeinsamen Austausch sowie gegenseitigen Fragen und Anliegen.

Herr Klemm erzählte: „Durch Corona gehen viel mehr Menschen in unsere Wälder – das ist toll, da sie den Wald dadurch besser kennenlernen, es führt allerdings leider auch zu Problemen.“ Er berichtete uns, dass beispielsweise regelmäßig illegale Mountainbike-Parcours im Wald angelegt werden und diesen massiv schädigen. „Der Freizeittourismus im Wald nimmt leider oft keinerlei Rücksicht auf die Natur“, erzählte er. Für diese Problematik hat der NABU eine Idee: einen Ranger in Walldorf. Ein solcher Ranger könnte die Wiesen und Wälder überwachen und schützen. Eine wichtige Aufgabe wäre vor allem die Aufklärung der Waldbesucher und -besucherinnen, falls diese sich nicht an die Regeln halten und beispielsweise solche illegalen Mountainbike-Parcours anlegen oder ihre Hunde ohne Leine in den Wald rennen lassen.

Matthias Renschler zeigte sich dieser Idee gegenüber sehr aufgeschlossen: „Einen Ranger für unsere Wiesen und Wälder – das finde ich super! Auf meiner Agenda stehen ja bereits die Stärkung und der Ausbau des kommunalen Ordnungsdienstes, da dieser auch innerstädtisch zum Teil unterbesetzt ist. Einen Ranger als Ergänzung des Ordnungsdienstes und als Entlastung des Försters halte ich für eine hervorragende Idee – diese Anregung nehme ich gerne mit, vielen Dank!“

Herr Högerich schlug noch eine weitere Idee vor: „Wir würden uns über die Einrichtung eines Umweltausschusses oder -arbeitskreises der Stadt Walldorf freuen.“ In einem solchen Arbeitskreis könnten Mitglieder der Fraktionen, der Stadtwerke, des Forstamtes, des NABUs, der Landwirte und der Gewerbetreibenden sitzen und über Themen des Umwelt- und Naturschutzes in Walldorf beraten. Auch diese Idee traf bei Matthias Renschler auf offene Ohren: „Ich halte dieses Anliegen für sehr sinnvoll. Bisher werden Umweltthemen im Technikausschuss quasi mitverhandelt und haben dort oft zu wenig Raum. Außerdem finde ich es sehr wichtig, alle Betroffenen bei solchen Themen mit einzubeziehen und hierfür würde ein Arbeitskreis eine großartige Möglichkeit bieten!“

Herr Mayer erzählte: „Der NABU hat viel Expertise, dennoch werden wir bei wesentlichen Fragen bisher oft nicht mit einbezogen.“ Matthias Renschler sagte dazu: „Ich finde es schade, dass in vielen Bereichen die Expertise, die wir hier im Ort haben, nicht ausreichend genutzt wird. Ich werde mich für eine enge und konstruktive Zusammenarbeit der Stadt mit dem NABU einsetzten. Beispielsweise bei der Aufwertung unseres Tierparks werde ich auf den NABU zukommen und diesen in die Planung mit einbeziehen.“

Vielen Dank an Wolfgang Högerich, Renate Wolf, Gerhard Mayer und Reiner Klemm für das sehr konstruktive und offene Gespräch und die zahlreichen wichtigen Anregungen!