Matthias Renschler im Gespräch mit Maximilian Himberger auf dem Maulbeerbuckel in Walldorf

Vergangene Woche hat sich unser Bürgermeisterkandidat Matthias Renschler zusammen mit seiner Frau Gabi und Sohn Jonas mit Maximilian Himberger zu einem Spaziergang über den Maulbeerbuckel und durch den Kommunalwald hinter der Waldschule getroffen. Die Düne wurde vor einigen Jahren freigelegt, um als Lebensraum für licht- und wärmebedürftige Tier- und Pflanzenarten zu dienen — eine Maßnahme, die damals Teil eines großen, landesübergreifenden NABU-Projekts war. Leider ist der Maulbeerbuckel derzeit stark von Vandalismus betroffen. Die Holzgeländer wurden zertreten, Picknicks auf den Sandflächen abgehalten und Hunde über die Dünenfläche rennen gelassen – „das schadet den seltenen, vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten, für die hier mühsam ein Lebensraum geschaffen wurde“, berichtete Himberger. Die Öffentlichkeit des Bürgermeisterwahlkampfes möchte er gerne dafür nutzen, die wichtigen Themen des Umwelt- und Naturschutzes in Walldorf stärker in den Fokus zu rücken und eine breite Öffentlichkeit für den Schutz dieses Naturraumes zu sensibilisieren. Dieses Anliegen findet unser Bürgermeisterkandidat Matthias Renschler ebenfalls sehr wichtig, weshalb er sich über die Einladung zu dem Spaziergang über den Maulbeerbuckel gefreut hat.

Maximilian Himberger, der seine Abschlussarbeit über den Maulbeerbuckel geschrieben hat, erklärte, wie dieses Gebiet ursprünglich entstanden ist: „In der letzten Kaltzeit brachte der Rhein Sand aus den Alpen in unsere Gegend. In Trockenphasen wurde dieser Sand aus dem Flussbett dann durch den Wind herausgetragen und hat sich unter anderem auf diesem Buckel hier abgelagert. Die offenen Flächen sind im Mittelalter durch Waldweide entstanden und im Laufe der Jahre wieder zugewachsen, ehe sie dann im Zuge der Naturschutzmaßnahme zum Erhalt der Artenvielfalt wieder freigelegt wurden.“

Seinen Namen hat der Maulbeerbuckel aus einem historischen Grund erhalten: Er geht auf den Kurfürsten Karl-Ludwig zurück, der im 17. Jahrhundert zur Zucht von Seidenraupen die Maulbeerbäume in der Kurpfalz an vielen Orten pflanzen ließ. Die Seidenproduktion war kein großer Erfolg, doch im 2. Weltkrieg wurde sie nochmals aufgenommen, um Fallschirmseide herzustellen — ebenfalls erfolglos.

Heute sind auf dem Maulbeerbuckel zahlreiche Pflanzen- und Tierarten zu finden, die nur in solchen einzigartigen Dünen-Lebensräumen vorkommen, beispielsweise die Wohlriechende Skabiose (Scabiosa canascenes) oder auch die zahlreichen Wildbienen, die ihre Höhlen im Sand bauen. Ein Problem stellen allerdings die Brombeersträucher da, welche die Düne überwuchern würden, wenn man nicht eingreifen würde. Maximilian Himberger schlug vor, hier doch einmal eine Dünen-Säuberungsaktion mit dem Gemeinderat oder auch mit Schulklassen stattfinden zu lassen. Diese Idee begrüßte Matthias Renschler: „Das wäre eine sehr sinnvolle Aktion, die uns Gemeinderäten und Gemeinderätinnen wie auch den Schülerinnen und Schülern diese einzigartige Düne und deren besondere Bewohnerinnen und Bewohner näherbringen würde.“

Maximilian Himberger machte darauf aufmerksam, dass es sehr sinnvoll wäre, die Naturpädagogik in Walldorf insgesamt und beispielsweise hier rund um den Maulbeerbuckel auszubauen: „Denkbar wären mehr Informationen auf Tafeln und zum Beispiel auch die Verknüpfung mit Apps, um die Naturerfahrung mit digitalem Lernen zu verbinden.“ Auch diese Anregung nahm Matthias Renschler gerne auf: „Die Wald- und Naturpädagogik hat für mich einen sehr hohen Stellenwert und ich werde mich dafür einsetzten, diesen Bericht in Walldorf stärker auszubauen. Hierfür möchte ich unter anderem den Umweltschutz und die Naturpädagogik mit unserer Heimatgeschichte verbinden und beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum und dem NABU Projekte ins Leben rufen, um unsere Natur und unsere Geschichte erfahrbar zu machen.“

Vielen Dank lieber Maximilian Himberger für diesen sehr informativen und interessanten Spaziergang sowie Deine zahlreichen Anregungen und den konstruktiven und offenen Austausch!